Evaluation

„Wohli, die Rituale und Spielideen haben eine große motivierende Wirkung auf die Schülerinnen und Schüler. Ich bin beeindruckt, wie viele Elemente sie in den Alltag integrieren und wie sensibilisiert ihr Blick für gesundes Essen und Bewegung ist.“

Ulrike Johannsen,
Theodor-Storm-Dörfergemeinschaftsschule

Erkenntnisse aus unserer Evaluation

Nachhaltige Vermittlung von umfassenden Kenntnissen bzgl. eines ganzheitlichen gesundheitsfördernden Lebensstils im Grundschulalter ist möglich

Durch den Einsatz von fit und stark plus kann Kindern in der Grundschulzeit nachhaltig Kenntnisse über einen gesundheitsfördernden Lebensstil vermittelt werden. Dies bezieht sich sowohl auf die traditionellen Präventionsbereiche wie Bewegung, gesundes Essen und Trinken als auch im Besonderen auf die Kenntnisse in den Bereichen Lob/ Anerkennung, Ruhe/ Entspannung, Freunde treffen und Spielen. Diese Aspekte werden dem ganzheitlichen Präventionsbegriff zugeordnet, deren besondere Bedeutung für eine gesunde Entwicklung schon die WHO in ihrer Charta hervorgehoben hat.

 

Handlungsideen, um eigenes Wohlbefinden wiederherzustellen, können im Grundschulalter nachhaltig erweitert werden

Handlungsideen, das eigene Wohlbefinden bei Störungen wiederherzustellen, können die Handlungskompetenz von Kindern in beeinträchtigenden Situationen erweitern und so präventiv im Hinblick auf eine stabilere Gesundheit wirksam sein. Auf die Frage “Manchmal geht es dir nicht gut. Was könntest du tun, damit es dir besser geht?” zeigen Kinder mit fit und stark plus am Ende ihrer Grundschulzeit nachhaltig eine bessere Entwicklung als Kinder der Kontrollgruppe oder der Gruppe mit „Fit und stark fürs Leben“. Auch hier beziehen sich die genannten Ideen nicht nur auf klassische Gesundheitsaspekte wie Bewegung, gesundes Essen, Trinken und Schlafen sondern auch auf die ganzheitlich orientierten Bedürfnisse frische Luft, Kuscheln, Freunde treffen, Spielen und Ruhe/ Entspannung. Je mehr Handlungsideen ein Kind bei Unwohlsein hat, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Idee davon die gewünschte Wirkung zeigt, nämlich die Wiederherstellung des Wohlbefindens.

 

Die Wahrnehmung der eigenen Bedürfnisse für ein gesundes Leben kann nachhaltig gestärkt werden.

Am Ende der Grundschulzeit verbesserte sich die Wahrnehmung der Kinder im Vergleich zu den anderen Gruppen bezüglich der Aussagen ,jeden Tag gesunde Ernährung, ausreichend Schlaf, ausreichend Bewegung und auch Entspannung und Ruhe zu brauchen, um sich wohl zu fühlen. Die Kinder für ihre eigenen Bedürfnisse zu sensibilisieren, ihnen zu vermitteln, wie man diese wahrnimmt und woran man merkt, was der Körper gerade braucht, ist eine weitere Säule von fit und stark plus . Das Erkennen und Wahrnehmen der Bedürfnisse des Körpers und der Seele sind Voraussetzungen für einen aktiven gesundheitsfördernden Lebensstil.

 

Medikalisierung kann verhindert werden

Im Gegensatz zu den untersuchten Vergleichsgruppen veränderte sich die Prävalenz von Schmerzen, Arztbesuchen und Medikamenteneinnahmen bei Kindern mit fit und stark plus nicht bedeutsam im Verlauf der Grundschulzeit, d.h. vor allem der Anstieg von Medikamenteneinnahmen wegen Schmerzen im Verlauf der Grundschulzeit konnte durch den Einsatz von fit und stark plus nachhaltig verhindert werden. Diese Ergebnisse zeigen, dass Gesundheitsförderung im Grundschulalter ein erfolgversprechender Weg ist, um das vermehrte Einnehmen von Medikamenten zu verhindern und Kindern andere Handlungsoptionen bei Unwohlsein und Schmerzen an die Hand zu geben.

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Zwischen 2007 und 2011 wurde die Evaluation des Programms durchgeführt. fit und stark plus in Hinblick auf

  • Kenntnisse über einen gesundheitsfördernden Lebensstil,
  • Handlungsideen, um das eigene Wohlbefinden bei Störungen wieder herzustellen,
  • Wahrnehmung der eigenen Bedürfnisse für die eigene Gesundheit und
  • die Prävalenz von Schmerzen, Arztbesuchen und Medikamenteneinnahmen aufgrund von Schmerzen.

Insgesamt 1436 Kinder aus Schleswig-Holstein nahmen von der zweiten bis zur vierten Grundschulklasse an der Untersuchung teil.
386 Kinder (195 Mädchen, 191 Jungen) erhielten in diesem Zeitraum das Programm fit und stark plus im Regelunterricht.

Bei 568 Kindern (294 Mädchen, 274 Jungen) wurde in diesem Zeitraum ausschließlich Regelschulunterricht vermittelt und bei 482 Kindern (240 Mädchen, 242 Jungen) wurde das Präventionsprogramm „Fit und stark fürs Leben“ eingesetzt. Im Klassenverband wurden die Kinder mittels Fragebogen noch vor Programmeinsatz am Anfang der 2. Klasse (T1) bis neun Monate nach Beendigung des Programms (T6) im 2. Halbjahr der 4. Grundschulklasse befragt.

Die statistische Auswertung des Verlaufs der oben aufgeführten Variablen von T1 zu T6 für die drei Untersuchungsgruppen mit Überprüfung etwaiger Unterschiede auf statistische Bedeutsamkeit wurde mittels Regressionsanalysen vorgenommen.

Dabei wurden folgende Ergebnisse erzielt:

  • Die Kenntnisse über einen gesundheitsfördernden Lebensstil nehmen bei Kindern mit fit und stark plus im Verlauf der Grundschulzeit zu in den Bereichen Bewegung/ Sport, gesundes Essen und Trinken. Dieser Anstieg war signifikant höher als in der Gruppe der Kinder mit Regelschulunterricht. Dasselbe Bild zeigte sich bei Kenntnissen in den Bereichen Lob/ Anerkennung, Ruhe/ Entspannung, Freunde treffen, Spielen.
  • Handlungsideen, das eigene Wohlbefinden bei Störungen wieder herzustellen, nehmen allein bei Kindern mit fit und stark plus im Verlauf der Grundschulzeit sowohl in den Bereichen frische Luft, Kuscheln/Schmusen, Spielen, Freunde treffen und Ruhe/ Entspannung als auch in den Bereichen Bewegung/Sport, gesundes Essen, Trinken, Schlafen zu. Entsprechend ist die Veränderung in diesem Zeitraum zwischen den Gruppen signifikant unterschiedlich.
  • Am Ende der Grundschulzeit berichten mehr Kinder als vor Programmbeginn mit fit und stark plus , dass sie jeden Tag gesunde Ernährung, ausreichend Schlaf, jeden Tag Bewegung und jeden Tag ausreichend Entspannung brauchen, um sich wohl zu fühlen. Dieser Anstieg ist signifikant größer als in der Regelschulgruppe.
  • Die Prävalenz von Schmerzen und Medikamenteneinnahmen wegen Schmerzen stieg in diesem Zeitraum bei Kindern aller Gruppen. Der Anstieg in der Medikamenteneinnahme war signifikant geringer bei Kindern mit fit und stark plus in diesem Zeitraum.

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